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frühlingsüberwachen 2008 und FANCITY 2008

Veranstaltungsreihe zu Überwachung und Kontrolle

ab dem 26. März 2008 im Zürcher Kulturzentrum Rote Fabrik

Die Reihe «frühlingsüberwachen» findet dieses Jahr zusammen mit der Reihe FANCITY 2008 statt (externer Link: http://www.rotefabrik.ch/fancity).
Beide Reihen befassen sich mit der Fussball-EM 2008 in der Schweiz und in Österreich.

Die Programminformationen sind auch als Flyer erhältlich: Als ausführliche Version oder als Kurzversion (nur Titel), jeweils im PDF-Format (A4).

NB:Siehe auch die Veranstaltung EURO 08 vs. Grundrechte - Testspiel mit Folgen des Vereins grundrechte.ch vom Donnerstag, 10. April 2008 in Bern.

Zu FANCITY 2008, Veranstaltungen zur Eventisierung der Stadt:

Mit der Etablierung so genannter «Public-Viewing»Zonen und «Fan-Meilen» an repräsentativen Orten der Stadt haben sich internationale Fussballturniere wie die Welt- und Europameisterschaften zu urbanen Massenevents entwickelt: Ganze Innenstädte werden in Erlebnis- und Konsumzonen transformiert. Die Austragungsstädte versuchen, die steigende Popularität von Fussballevents aktiv für ihr Standortmarketing zu nutzen, während die privaten Veranstalter die Vermarktungsbedingungen vorgeben und zentrale Stadträume für die Werbung ihrer Exklusivsponsoren in Beschlag nehmen.

Gleichzeitig dienen die Massenveranstaltungen der Umsetzung erweiterter Überwachungs- und Kontrolldispositive in Form von Grosseinsätzen von Polizei und Armee, umfangreichen «Anti-Hooligan»-Massnahmen, Absperrungen und Zugangskontrollen in städtischen Räumen und der Erprobung neuer Überwachungstechnologien.

Die Veranstaltungsreihe FANCITY thematisiert Fussball-Megaevents wie die WM 2006 in Deutschland und die bevorstehende EM 2008 in der Schweiz und Österreich als Symptome der gegenwärtigen neoliberalen Stadtentwicklung und diskutiert ihre Auswirkungen auf Stadt und öffentlichen Raum anhand der Schwerpunkte Vermarktung und Kontrolle.

Eine Veranstaltungsreihe der Roten Fabrik in Zusammenarbeit mit Anke Hagemann, Big Brother Awards Schweiz und dem stadt.labor.

Weitere Infos: http://www.rotefabrik.ch/fancity.

Zu frühlingsüberwachen: «EM 2008 und die Folgen»:

frühlingsüberwachen findet dieses Jahr bereits zum siebten Mal statt. Im Zentrum stehen Informationen und Diskussionen zur zunehmenden Überwachung der Gesellschaft. frühlingsüberwachen steht in engem Zusammenhang mit der Preisverleihung der Schweizer Big Brother Awards: Alljährlich im Herbst werden die fleissigsten Datenschnüffler der Schweiz mit speziellen Betonpokalen ausgezeichnet.

Die Reihe frühlingsüberwachen findet dieses Jahr bereits zum siebten Mal statt. (Archiv: 2002, 2003, 2004, 2005, 2006 und 2007.)

«frühlingsüberwachen» wird vom Konzeptbüro des Zürcher Kulturzentrums Rote Fabrik organisiert und steht in einem engen Zusammenhang mit der Preisverleihung der Schweizer Big Brother Awards: Alljährlich im Herbst werden die gröbsten Datenschutzverletzungen der Schweiz mit speziellen Betonpokalen ausgezeichnet. Einsendeschluss für Vorschläge, wer den satirischen Preis gewinnen soll, ist der 31. August 2008. Nicht lamentieren - Nominieren!

Weitere Infos: http://www.bigbrotherawards.ch.

 


Programm (Übersicht)

Schwerpunkt FANCITY: Zur Eventisierung der Stadt
Schwerpunkt frühlingsüberwachen: EM 2008 und die Folgen

Alle Vorträge und Diskussionen finden jeweils um 20 Uhr im Clubraum der Roten Fabrik statt. Sie richten sich an alle, die sich kritisch mit Stadtentwicklung, Überwachung und Kontrolle auseinandersetzen wollen. Ein Spezialwissen wird nicht vorausgesetzt.

Die Programminformationen sind auch als Flyer erhältlich: Als ausführliche Version oder als Kurzversion (nur Titel), jeweils im PDF-Format (A4).

Datum Thema Referent/Referentin
Mi, 26.3. 20 Uhr SCHAUPLATZ. Standort, Event und Vermarktung (Kurzvorträge und Podiumsdiskussion, FANCITY) Barbara Schönig, Wolfram Manzenreiter, Marika Molter, Christian Schmid, Luzius Theiler
Mi, 2.4. 20 Uhr Polizei - Welche Polizei?(Vortrag und Diskussion, frühlingsüberwachen) Reto Moosmann, Daniel Vischer
Mi, 9.4. 20 Uhr STRAFRAUM. Sicherheitsrhetorik und urbane Kontrolle (Kurzvorträge und Podiumsdiskussion, FANCITY und frühlingsüberwachen) u.a. mit Francisco Klauser, Volker Eick und Bernhard Hachleitner
Mo, 14.4. 18 Uhr HEIMSPIEL. Marsch über die Gleise (Kommentierter Stadtrundgang vom Letzigrund zum Hardturm-Stadion, FANCITY) Treffpunkt: Tramstation Letzigrund, bitte Velo mitbringen!
Mi, 16.4. 20 Uhr Filter, Ventile, Schleusen. Stadionarchitektur und Zugangsregulierung (Vortrag und Diskussion, frühlingsüberwachen) Anke Hagemann
Mi, 23.4. 20 Uhr Einschüchtern, Einzäunen, Aussperren (Vortrag und Diskussion, frühlingsüberwachen) u.a. mit einer Vertretung von gipfelsoli.org

Zusätzlich:

5. Juni bis
27. Juli
FANCITYMAP. Kartografieworkshop und Ausstellung (FANCITY) in Zusammenarbeit mit der Shedhalle

NB:Siehe auch die Veranstaltung EURO 08 vs. Grundrechte - Testspiel mit Folgen des Vereins grundrechte.ch vom Donnerstag, 10. April 2008 in Bern.

 


 

Schwerpunkt: «EM 2008 und die Folgen»

 

Mittwoch, 26. März 2008 ab 20 Uhr im Clubraum der Roten Fabrik>

SCHAUPLATZ. Standort, Event und Vermarktung

Kurzvorträge und Podiumsdiskussion (FANCITY)

Standortmarketing, Tourismusförderung und erhoffter Imagegewinn sind wichtige Motivationen der Länder und Städte für die kostspielige Austragung grosser Sportevents. Nation Branding und städtische Profilierung werden immer wichtiger im globalen Standortwettbewerb wie auch in der Herstellung kollektiver Identitäten. So gehören Grossevents inzwischen zum klassischen Repertoire der unternehmerischen Stadtpolitik – oft auf Kosten einer sozial nachhaltigen Stadtentwicklung. Doch während sich die Städte mit den Fussballevents in Szene setzen, nutzen die privaten Veranstalter FIFA und UEFA die Städte gleichermassen als Werbefläche: Wie die Stadien, so sind auch die städtischen «Fanzonen» beherrscht von den Vermarktungsinteressen und Inszenierungen der Exklusivsponsoren: Globale Marken besetzen strategische Orte in der Stadt.

Mit Barbara Schönig Planungs- und Architektur-soziologie, TU Berlin Wolfram Manzenreiter Sozialanthropologe, Universität Wien Marika Molter Grafik-Designerin, Düsseldorf/Zürich Christian Schmid Stadtgeograf, ETH Zürich Luzius Theiler Komitee gegen Euro-’08Diktat, Stadtrat, Bern. – Moderation: Richard Wolff Stadtforscher, INURA, Zürich.

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Mittwoch, 2. April 2008, 20 Uhr
im Clubraum der Roten Fabrik

Polizei - Welche Polizei?

Vortrag von Reto Moosmann und Diskussion mit Daniel Vischer

Kantonspolizeien, Stadtpolizei en, private «Sicherheits»Unternehmen, militärische Truppen, Polizeikonkordate und deutsche Polizeien mit Hoheitsrechten: Anlässlich der EM 2008 werden in der Schweiz verschiedenste Institutionen Aufgaben der «Security» wahrnehmen. Der Grossanlass bietet ein umfangreiches Testfeld für den Zusammenschluss verschiede ner Polizeikräfte. Dabei zeigen sich drei Trends, die kritisch beleuchtet werden müssen: (1) Die Aufhebung der Trennung von Polizei und Militär, (2) die Privatisierung polizeilicher Aufgaben und (3) der Trend zur Delokalisierung und zur Internationalisierung.

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Vortrag von Reto Moosmann (Sekretär GSoA und Vorstandsmitglied grundrechte.ch) und Diskuss ion mit Daniel Vischer (Rechtsanwalt, Nationalrat Grüne, Zürich)

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Mittwoch, 9. April 2008, 20 Uhr
im Clubraum der Roten Fabrik

STRAFRAUM. Sicherheitsrhetorik und urbane Kontrolle

Kurzvorträge und Podiumsdiskussion, u.a. mit Francisco Klauser (Geograf, University of Durham), Volker Eick (Politikwissenschaftler, FU Berlin) und Bernhard Hachleitner (Historiker, Wien)

Megasportevents wie die Fussball-WM und -EM bringen eine Ausweitung von Überwachung und Kontrolle im städtischen, nationalen und in ter nationalen Massstab mit sich. Die erwartete Menge an BesucherInnen wie auch die vermuteten Gefahren von Terror, Hooliganismus und ansteigender Kriminalität be gründen Polizeieinsätze von ungekanntem Ausmass, private Sicherheitsdienste in öffentlichen Räumen, Armeeeinsätze im Innern, umfangreiche «Hooligan»-Datenbanken und die Verschärfung von Grenzkontrollen. Die Stadträume sind betroffen durch zusätzliche «Sicherheitsringe» um die Stadien, die Ausweitung der Videoüberwachung und die Einzäunung und Kontrolle der «PublicViewing»-Grossveranstaltungen. Die öffentlich finanzierten Sicherheitsmassnahmen gehen dabei oft mit privaten Wirtschaftsinteressen einher. Mit der Rhetorik des Ausnahmezustands wird der Ausbau staatlicher Kontrollregimes legitimiert und ein Testfeld zur Erprobung neuer Überwachungstechnologien geschaffen. Viele Massnahmen, die Datenschutz und Bürgerrechte zunehmend einschränken, bleiben auch nach den Veranstaltungen bestehen.

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u.a. mit Francisco Klauser (Geograf, University of Durham), Volker Eick (Politikwissenschaftler, FU Berlin) und Bernhard Hachleitner (Historiker, Wien)

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Montag, 14. April 2008, ab 18 Uhr
Treffpunkt: Tramstation Letzigrund, bitte Velo mitbringen!

HEIMSPIEL. Marsch über die Gleise

Kommentierter Stadtrundgang vom Letzigrund zum Hardturm-Stadion (FANCITY)

Die Austragung grosser Sportevents geht häufig mit dem Neubau moderner Stadien einher – Grossanlässe werden gern genutzt, um umstrittene Vorhaben effizient und konsens fähig umzusetzen. Ob städtische Multifunktionsarena oder privat finanziertes Fussballstadion mit kommerzieller «Mantelnutzung»: Sportarenen sind längst zu architektonischen Ikonen für das Event, den Verein oder die Stadt geworden. Auf einem Rundgang fragen wir die Letzigrund-Architektin Marie-Claude Bétrix, wie offen man ein Stadion gestalten kann, einen Vertreter der FCZ-Südkurve, wie sich die Fan kultur mit der EM 2008 verändert und den Stadtforscher Christian Schmid, welche Rolle der Stadionneubau in der Quartierentwicklung einnimmt. Am Hardturmstadion wird Tania Schellenberg Auskunft über den Widerstand gegen die Neubaupläne geben.

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Gespräche mit Marie-Claude Bétrix Architektin, Bétrix & Consolascio Architekten Vertreter der FCZ-Südkurve Christian Schmid Stadtgeograf, Anwohner Tania Schellenberg Umweltfachfrau, Anwohnerin

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Mittwoch, 16. April 2008, 20 Uhr
im Clubraum der Roten Fabrik

Filter, Ventile, Schleusen. Stadionarchitektur und Zugangsregulierung

Vortrag von Anke Hagemann und Diskussion

Sportstadien sind hochgradig separierte, kontrollierte und überwachte Räume. Dabei bildet Zugang ein zentrales Thema der Stadionarchitektur: Mit der Logistik der Massenerschliessung, den Techniken der Eingangskontrolle oder der Separierung der Nutzergruppen nach Funktion, Zahlungskraft und Fangruppen-Zugehörigkeit kommen im Stadion vielfältige Methoden der Zugangsregulierung zusammen, die Hierarchien zwischen Räumen herstellen und selektive Ausschlüsse produzieren. Unter der Fragestellung, wie Architektur die Durchlässigkeit baulicher Grenzen steuert und wie technische oder soziale Zugangskontrollmassnahmen räumlich wirksam werden, untersucht Anke Hagemann das Berliner Olympiastadion – besonders in Hinblick auf die Veränderungen mit der Fussball-WM 2006.

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Vortrag von Anke Hagemann Architektin, Berlin/Zürich Anschliessend Diskussion

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Mittwoch, 23. April 2008, 20 Uhr
im Clubraum der Roten Fabrik

Einschüchtern, Einzäunen, Aussperren

Vortrag und Diskussion

Die Kontrolle, Steuerung und Kanalisierung von grossen Menschenansammlungen wird nicht nur bei Sportereignissen praktiziert, sondern auch bei politischen Veranstaltungen wie den Treffen des WEF (Davos) oder der G8. Massenveranstaltungen sind immer begleitet von den Ordnungsbemühungen der Polizei und anderer Akteure. Die Methoden, um große Mengen von Menschen zu kanalisieren und «in Schach zu halten» reichen von Symbolen über physische Absperrungen und «Massendistanzierungsmittel» wie Tränengas, Hartgummigeschosse und Hochdruckwasserwerfer bis hin zu den «nicht tödlichen Waffen», die teils noch in Versuchsphasen stehen und teils bereits angewendet werden. Die psychologischen Methoden der «Crowd Control» zielen auf Einschüchterung und Abschreckung, nicht zuletzt auch mit den Mitteln der «Medienkriegsführung».

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U. a. mit Vertretung von www.gipfelsoli.org und BAFF, Bündnis Aktiver Fussballfans (angefragt)

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5. Juni bis 27. Juli 2008

FANCITYMAP

5. bis 12.06.2008 Kartografieworkshop zur EM 2008 in Zürich
27.06. bis 27.07.2008 Ausstellung in der Shedhalle

Wie verändert sich die Stadt Zürich während der EM 2008? Wie präsentiert sie sich als Marke? Wie wird sie als Werbefläche genutzt? Wie überträgt sich die Sicherheitslogik auf den urbanen Raum? Welche spontanen und informellen Strukturen prägen die Stadt? In einem einwöchigen Workshop zu Beginn der EM 2008 werden die stadträumlichen Erscheinungsformen des Fussballturniers vor Ort untersucht, dokumentiert und in einer kollektiven Kartografie visualisiert. Der Workshop lädt ArchitektInnen, KünstlerInnen und StadtforscherInnen ein und wendet sich mit einem Open Call an alle Interessierten, insbesondere an Studierende aus raumbezogenen, gestalterischen und künstlerischen Studiengängen. Die FANCITY-Kartografie wird mit einem gedruckten Faltplan und mit einer Ausstellung in der Shedhalle präsentiert.

Information: fancity@rotefabrik.ch

Hosted by Shedhalle

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Navigation
Programmübersicht, Flyer
Mi, 26. März (SCHAUPLATZ)
Mi, 2. April (Polizei?)
Mi, 9. April (STRAFRAUM)
Mo, 14. April (HEIMSPIEL)
Mi, 16. April (Stadion)
Mi, 23. April (Aussperren)
ab 5. Juni (FANCITYMAP)
Archiv Vorjahre:
April 2002
April 2003
April 2004
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Zuletzt aktualisiert: Wednesday, 19.03.2008 13:58:43